Entstehung der Pfadfinderbewegung

Die Idee der Pfadfinderei entstand im Jahre 1899 in Afrika, als Baden Powell im zweiten Burenkrieg, die Stadt Mafeking gegen eine Übermacht von Buren verteidigen musste, und ihm dies nur mit Hilfe der Jungen gelang. Diese setzte er als Späher und Meldereiter ein und sah, dass diese Jungendlichen durchaus fähig waren, die ihnen gestellten Aufgaben alleine zu bewältigen.

  • Dadurch gründet Sir Robert Stevenson Smyth Baden Powell, Lord of Gilwell (BP) 1907 die Pfadfinder.
  • Er hält das erste Zeltlagerager mit 22 Jugendlichen der verschiedensten Gesellschaftsschichten auf Brownsea Island ab
  • Da seine Bücher (v.a. Aids of Scouting) unter den Jugendlichen sehr angesehen waren, aber eigentlich für Offiziere geschrieben waren, schrieb er „Scouting for boys“ für die Jungen als Serie, was immer noch als eines der wichtigsten pädagogischen Werke des letzten Jahrhunderts angesehen wird
  • im selbem Jahr findet ein Lager im Kristallpalast London mit 11000 Teilnehmern statt, dort erfährt Baden-Powell, dass auch Mädchen von der Pfadfinderidee angetan sind, und die Girl Guides gegründet hatten, welche anfangs von seiner Schwester geleitet werden
  • damals gab es noch eine strenge Trennung zwischen Mädchen und Jungen
  • sehr schnell wird der Pfadfindergedanke von dem Arzt Dr. Alexander Lion nach Deutschland gebracht, wobei es aber teilweise zu einer Verschmelzung mit den Wandervögeln, einem deutschen Jugendverband seit 1901, kommt
  • In ihren Ursprüngen war die Pfadfinderkultur zwar an das Militär angelehnt, doch heute im BdP ist davon nichts mehr zu spüren.
  • 1912 übernimmt Olave Baden Powell, BP´s Frau, die Führung der Mädchen

Entstehung der drei Stufen

  • Im Jahre 1914 werden die Gruppen nach Alter getrennt, da auch die Jüngeren mitmachen wollen. Daraus entsteht die Wölflingsstufe.
  • Im Jahre 1919 entsteht dazu noch die R/R-Stufe
  • im selben Jahr wird zur Zusammenarbeit der Mädchen das International Council gebildet
  • 1920 findet das erste Jamboree(Weltpfadfindertreffen) in London statt: 8000 Pfadfinder aus 27 Ländern finden sich ein
  • Im gleichen Jahr entsteht das Boy Scouts International Bureau, welches später zu WOSM (World Organization of Scout Movement) umbenannt wird
  • 1922 gibt es schon über eine Million Mitglieder in 32 Ländern
  • 1928 wird der Name des International Council in WAGGGS (World Assoziation of Girl Guides and Girl Scouts) geändert
  • während des 3. Reiches unter Hitler kam es zur teilweisen Auflösung der der gesamten Jugendverbände, wobei einige Pfadfindergruppen in die HJ eingegliedert werden, welche zu der Zeit das Monopol der Jugenderziehung hatte
  • Nach dem 2. Weltkrieg kam es in Westdeutschland zum Wiederaufbau der Pfadfinderei, wobei es in Ostdeutschland nur die FDJ gab
  • mit 83 Jahren stirbt BP Chief Scout of the World am 8. Januar 1941

 

Die verschiedenen Verbände bilden sich

in den 60er Jahren kommt es dann in Deutschland zu großen Versplitterung der Bünde, teilweise auch durch politische Motivation

  • Ungefähr zu dieser Zeit werden auch viele der Bünde für die Mädchen geöffnet, was die koedukative Erziehung ermöglichte
  • 1971 entsteht aus dem Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) der Bund der Pfadfinder (BdP)
  • 1976 fusionieren der Bund der Pfadfinder und der Bund deutscher Pfadfinderinnen (BDP) zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder, dem heutigen BdP welchem auch wir angehören
  • 1977 stirbt Olave Baden Powell Chief Guide of the World
  • Heute sind die Mitgliederzahlen im Vergleich zu anderen Jugendverbänden utopisch hoch: WOSM (mehr als 28 Mio. Mitglieder in 155 Ländern) & WAGGGS (mehr als 10 Mio. Mitglieder in 144 Ländern)

Heutige Struktur

Etwas abstrakt diese Weltpfadfinderbewegung, doch wie agieren wir heute konkret?

Als BdP versteht sich der deutschlandweit tätige Bund der Pfadfinderinnnen und Pfadfinder.

Dieser ist in Landesverbände (meist orientiert an den Bundesländern) unterteilt, wir gehören damit zum Landesverband Bayern e.V.

Angelehnt an die Regierungsbezirke gibt es zur besseren Organisation auch bei uns Bezirke, welche aus einigen lokal beieinander liegenden Stämmen gebildet werden.

Vor Ort agiert eine aktiv in der Pfadfinderarbeit tätige Gruppe als Stamm.

Selbst verständlich ist hier alles von der kleinsten bis zur höchsten Ebene im wahrsten Sinne Ehrenamt!